Dropbox-Alternativen zum Selbsthosten: 6 Open-Source-Tools

Nextcloud, Seafile, OpenCloud, Syncthing, Pydio Cells und FileBrowser Quantum im Vergleich: Sync-Clients, Office im Browser und wie viel Server du brauchst.

Wenn du Dropbox auf deinem eigenen Server willst, ist Nextcloud die sichere Wahl: Es synchronisiert Dateien auf allen Plattformen und bringt bei Bedarf Kalender, Kontakte und Office-Bearbeitung mit. OpenCloud ist schlanker, wenn es dir nur um Dateien geht, und Seafile lohnt sich für große Bibliotheken mit vielen Dateien. Willst du gar keinen Server betreiben, gleicht Syncthing deine Geräte direkt untereinander ab.

Unten gehen wir jedes Tool durch: was es gut kann und wo es nervt.

Worauf du bei einem Dropbox-Ersatz achten solltest

Dropbox erledigt drei Dinge, über die die meisten gar nicht nachdenken. Es hält einen Ordner auf mehreren Rechnern synchron, lädt Fotos vom Handy hoch und erzeugt Freigabelinks für Leute ohne Konto. Dein Ersatz sollte die Teile abdecken, die du wirklich nutzt.

Bevor du dich entscheidest, beantworte dir ein paar Fragen:

  • Brauchst du Freigabelinks für andere oder nur Sync zwischen deinen eigenen Geräten?
  • Willst du Word- und Excel-Dateien im Browser bearbeiten?
  • Nutzt eine Familie oder ein Team das Ganze, mit eigenen Logins?
  • Wie viel Server hast du übrig? Ein Raspberry Pi und ein gemieteter VPS mit 8 GB RAM führen zu unterschiedlichen Antworten.

Nextcloud

Nextcloud ist der Platzhirsch, mit rund 37.000 GitHub-Sternen (Oktober 2026) und einer Entwicklung, die nicht langsamer wird. Es steht unter der AGPL-3.0 und ist in PHP geschrieben.

Dateien sind der Kern, aber Nextcloud ist eher ein selbst gehostetes Google Workspace als eine Dropbox. Es gibt Apps für Kalender, Kontakte, Mail, Chat und Videocalls (Nextcloud Talk) und Hunderte weitere im App Store. Die Desktop- und Mobil-Clients können mehrere Konten verwalten, und die Handy-Apps laden Fotos und Videos automatisch hoch. Mit Nextcloud Office bearbeitest du Dokumente im Browser, alternativ kannst du Collabora Online anbinden.

Der offizielle Installationsweg heißt Nextcloud All-in-One: ein einziger Docker-Befehl startet einen "Mastercontainer", über dessen Weboberfläche du Nextcloud Office, Talk und Backups mit BorgBackup einschaltest.

Was es braucht: Das Admin-Handbuch nennt mindestens 128 MB RAM pro PHP-Prozess, empfohlen sind 512 MB, dazu MariaDB oder PostgreSQL (SQLite nur für Tests und sehr kleine Installationen). In der Praxis will Nextcloud mit Office und ein paar aktiven Nutzern einen richtigen Server, keinen ausrangierten Pi.

Der Nachteil ist genau diese Größe. Nextcloud hat viele bewegliche Teile, und Upgrades über Hauptversionen hinweg brauchen etwas Sorgfalt. Wenn du nur Sync willst, ist es vielleicht mehr, als du brauchst.

OpenCloud

OpenCloud ist ein Fork von ownCloud Infinite Scale, der in Go neu geschriebenen Version von ownCloud. Die Heinlein Gruppe aus Berlin hat die Entwicklung Anfang 2025 übernommen, nachdem viele der oCIS-Entwickler ownCloud verlassen hatten. Das Projekt hat rund 6.100 GitHub-Sterne (Oktober 2026), Version 8.1.0 erschien am 5. Oktober 2026, Lizenz ist Apache 2.0.

Interessant ist der Aufbau. Im README steht klar: "The OpenCloud backend does not use a database. It stores all data in the filesystem." Backups werden dadurch einfacher, weil du einen Ordner kopierst, statt einen Datenbank-Dump mit dem Dateispeicher abzustimmen.

Sparsam ist es auch. Als Minimum für bis zu 10 Nutzer nennt die Doku eine 1-GHz-CPU mit einem Kern und 512 MB RAM, also etwa einen Raspberry Pi 3. Für bis zu 1.000 Nutzer stehen dort 2 GHz Dual-Core und 8 GB RAM.

OpenCloud hat einen Desktop-Sync-Client, Apps für Android und iOS, Spaces für Team-Ordner, öffentliche Links und einen File Drop, über den andere dir Dateien hochladen. Office läuft über Collabora, und für Kalender und Kontakte beschreibt die Admin-Doku eine Anbindung an Radicale.

Es kann weniger als Nextcloud, und genau das ist der Punkt. Wenn du eine Datei-Cloud willst und sonst nichts, lohnt sich ein Testlauf.

Seafile

Seafile hat rund 15.000 GitHub-Sterne (Oktober 2026). Der Server-Kern steht unter der AGPL-3.0, die Weboberfläche (Seahub) unter Apache 2.0.

Seafile ordnet Dateien in Bibliotheken und speichert sie in einem Datenmodell ähnlich wie Git: Commits, Datei-Objekte und Blöcke. Dateien werden in inhaltsbasierte Stücke zerlegt, unveränderte Teile werden zwischen Versionen wiederverwendet. Der Haken: Auf dem Server liegen deine Dateien nicht als normale Dateien, die du mit ls durchsuchen kannst. Du kommst über Seafile an sie heran.

Bibliotheken lassen sich mit einem Passwort verschlüsseln. Mit dem Desktop-Client passiert das Ver- und Entschlüsseln auf deinem Rechner, der Server-Admin kann die Inhalte also nicht lesen. Das Handbuch ist ehrlich, was die Grenzen angeht: Dateinamen und Größen bleiben sichtbar, und wenn du eine verschlüsselte Bibliothek im Browser öffnest, entschlüsselt der Server.

Clients gibt es für Windows, macOS und Linux, dazu SeaDrive, einen Laufwerks-Client, der Server-Dateien wie ein Netzlaufwerk anzeigt, ohne alles auf die Platte zu laden. Die Apps für Android und iOS findest du in den üblichen Stores, die Android-App auch bei F-Droid. Anbindungen an Collabora Online und OnlyOffice sind dokumentiert, SeaDoc bringt gemeinsam bearbeitbare Dokumente.

Die Community Edition will 2 CPU-Kerne und 2 GB RAM. Eine Professional Edition mit Extras wie Volltextsuche gibt es separat zu kaufen.

Syncthing

Syncthing funktioniert anders als alles andere hier. "There is no central server that might be compromised", heißt es auf der Website. Deine Geräte verbinden sich direkt miteinander, verschlüsselt per TLS, und jedes Gerät weist sich mit einem Zertifikat aus.

Es hat rund 89.000 GitHub-Sterne (Oktober 2026), steht unter der MPL-2.0 und läuft auf Windows, macOS, Linux, den BSDs und mehr. Auf Android nutzt du eine App aus der Community.

Was dir fehlt, ist der Web-Teil. Es gibt keine Freigabelinks und keine Browser-Ansicht deiner Dateien, nur eine lokale Admin-Seite. Wenn dein Laptop, dein Desktop und dein Handy einfach dieselben Ordner haben sollen, ist Syncthing die einfachste und privateste Lösung in dieser Liste. Lass es am besten zusätzlich auf einem Gerät laufen, das immer an ist, dann gibt es immer eine Kopie, die online ist.

Pydio Cells

Pydio Cells ist eine Plattform zum Teilen von Dateien, geschrieben in Go, mit rund 2.300 GitHub-Sternen (Oktober 2026) und AGPL-3.0-Lizenz. Das Projekt nennt sich selbst "open-core": Die kostenlose Edition Cells Home deckt Teilen und Zusammenarbeit ab, die bezahlten Stufen Connect und Enterprise bringen Enterprise-SSO, Compliance-Werkzeuge und Mandantenfähigkeit. Im Browser bearbeitest du Dokumente gemeinsam mit Collabora Online oder OnlyOffice.

Pydio zielt eher auf Firmen als auf Haushalte. Wenn du es für ein Team betreibst und später vielleicht Support kaufen willst, passt es. Für eine Familien-Cloud fühlen sich Nextcloud oder OpenCloud eher richtig an.

FileBrowser Quantum

Manchmal brauchst du gar keinen Sync, sondern nur eine Webseite, über die du Dateien auf einem Server hochlädst, herunterlädst und teilst. Genau das macht FileBrowser Quantum. Es ist ein großer Fork des ursprünglichen File Browser, der am 1. September 2026 archiviert wurde und keine Sicherheitsupdates mehr bekommt. Für neue Installationen nimm also den Fork.

Er kann Freigabelinks mit Ablaufdatum und Rechten, Logins über OIDC und LDAP, Zwei-Faktor-Anmeldung und eine schnelle Suche. Einen Desktop-Sync-Client gibt es nicht. Lizenz ist Apache 2.0.

Gut kombinieren lässt er sich mit Syncthing: Syncthing hält den Ordner synchron, FileBrowser Quantum liefert die Browser-Ansicht und die Links.

Vergleichstabelle

NextcloudOpenCloudSeafileSyncthingPydio CellsFileBrowser Quantum
Sync-ClientDesktop + MobilDesktop + MobilDesktop, SeaDrive, MobilJedes Gerät läuft mit SyncthingNative + Mobil-AppsKeiner (nur Web)
FreigabelinksJaJaJaNeinJaJa
Office im BrowserNextcloud Office, CollaboraCollaboraCollabora, OnlyOfficeNeinCollabora, OnlyOfficeNein
DatenbankMariaDB oder PostgreSQLKeineJa, für MetadatenKeineSiehe DokuSiehe Doku
Dokumentiertes Minimum128 MB RAM pro PHP-Prozess512 MB RAM (bis 10 Nutzer)2 Kerne, 2 GB RAMLäuft auf PCs und HandysSiehe DokuKlein
LizenzAGPL-3.0Apache 2.0AGPL-3.0 / Apache 2.0MPL-2.0AGPL-3.0Apache 2.0

So betreibst du sie

Der übliche Weg ist dein eigener Server mit Docker. Alle Projekte hier bieten Docker-Images oder ein Docker-Compose-Setup an, und ein kleiner VPS oder ein Heimserver reicht für die meisten. Updates, Backups und HTTPS liegen dann bei dir. Bei einer Datei-Cloud sind Backups das Wichtigste: Ein Sync-Tool überträgt auch eine versehentliche Löschung brav auf jedes Gerät.

Wenn du keinen Server pflegen willst, nimmt dir ein Managed Hoster das ab. Auf blitz.cloud installierst du Nextcloud, OpenCloud, Syncthing und FileBrowser Quantum mit einem Klick aus dem App Store, gehostet in der EU, HTTPS inklusive. Es gibt einen kostenlosen Tarif ohne Kreditkarte, in dem Apps nach 30 Minuten ohne Besucher schlafen gehen. Zum Ausprobieren passt das gut, für einen Sync-Server, mit dem dein Handy den ganzen Tag spricht, weniger.

Neu beim Selbsthosten? Fang mit Selbsthosten für Einsteiger an. Speziell für Foto-Backups gibt es den Artikel zu Google-Fotos-Alternativen. Die drei großen Kandidaten im direkten Vergleich findest du unter Nextcloud vs. OpenCloud vs. Seafile, die komplette Liste unter Dropbox-Alternativen.

FAQ

Was ist die beste kostenlose Dropbox-Alternative?

Für die meisten Nextcloud, weil es Sync, Teilen, Foto-Upload vom Handy und Office-Bearbeitung an einem Ort abdeckt. Brauchst du nur Dateien und willst einen leichteren Server, probier OpenCloud. Willst du gar keinen Server, nimm Syncthing.

Kann ich Dropbox selbst hosten?

Nein, Dropbox gibt es nicht zum Selbsthosten. Die Tools in diesem Artikel ersetzen es durch Software, die du selbst betreibst.

Ist Syncthing ein Ersatz für Dropbox?

Für den Abgleich deiner eigenen Geräte ja. Es hat aber keine Freigabelinks und keine Web-Ansicht, zum Verschicken von Dateien an andere ersetzt es Dropbox also nicht.

Was läuft auf einem Raspberry Pi?

OpenCloud nennt einen Rechner in der Klasse eines Raspberry Pi 3 als ausreichend für bis zu 10 Nutzer. Syncthing läuft auf fast allem. Nextcloud geht auf einem Pi auch, wird aber zäh, sobald Office und mehrere Nutzer dazukommen.

Was ist mit File Browser passiert?

Das ursprüngliche Projekt File Browser wurde am 1. September 2026 archiviert und bekommt keine Bugfixes und Sicherheitsupdates mehr. FileBrowser Quantum ist ein aktiv entwickelter Fork.