Die besten selbst gehosteten Google-Fotos-Alternativen

Immich, PhotoPrism, Ente, LibrePhotos, Lychee und PiGallery2 im Vergleich: Handy-Backup, Gesichtserkennung, Hardwarebedarf und für wen sich welche App eignet.

Wenn du etwas suchst, das sich wie Google Fotos anfühlt, mit automatischem Handy-Backup, Gesichtserkennung und Zeitleiste, ist Immich heute die beste Open-Source-Wahl. PhotoPrism passt besser, wenn du schon ein großes Fotoarchiv auf der Platte hast und es durchsuchen willst. Ente ist die App für dich, wenn dir Ende-zu-Ende-Verschlüsselung am wichtigsten ist.

Die anderen Apps hier sind spezieller: Lychee und PiGallery2 sind Galerien zum Zeigen von Fotos, keine Backup-Lösungen fürs Handy.

Worauf du achten solltest

Google Fotos erledigt mehrere Aufgaben auf einmal, und die selbst gehosteten Apps teilen sie unterschiedlich auf. Überleg dir vorher, was du wirklich brauchst:

  • Handy-Backup: eine App auf dem Handy, die neue Fotos im Hintergrund hochlädt. Ohne sie brauchst du ein separates Sync-Tool.
  • Suche und Gesichter: "Strand" oder ein bestimmtes Gesicht in jahrelangen Fotosammlungen zu finden, braucht maschinelles Lernen, und das braucht RAM und CPU.
  • Teilen: Alben für die Familie, öffentliche Links für Freunde, mehrere Benutzerkonten.
  • Dein bestehendes Archiv: Manche Apps verwalten den Fotoordner selbst, andere indexieren einen Ordner, den du schon hast, und lassen ihn in Ruhe.

Schneller Vergleich

AppHandy-BackupGesichtserkennungAm besten fürLizenzGitHub-Sterne (Okt. 2026)
ImmichJa, offizielle Apps für iOS und AndroidJaGoogle Fotos im Alltag ersetzenAGPL-3.0rund 116.000
PhotoPrismÜber die Web-App (PWA) oder WebDAVJaEin bestehendes Archiv ordnenAGPL-3.0rund 40.000
EnteJa, offizielle AppsJa, auf dem GerätEnde-zu-Ende-VerschlüsselungAGPL-3.0rund 29.000
LibrePhotosMobile App im Repo aufgeführtJaBastler, die ein kleineres Projekt mögenMITrund 8.100
LycheeNeinNicht erwähntAlben im Web veröffentlichenMITrund 4.300
PiGallery2NeinNicht erwähntNur-Lese-Galerie auf dem Raspberry PiMITrund 2.300

Immich

Immich beschreibt sich als Foto- und Video-Backup direkt vom Handy, und genau da ist es am stärksten. Die offiziellen Apps sichern ausgewählte Alben automatisch, auch im Hintergrund. Web-App und Handy-Apps haben Gesichtserkennung, Karten, geteilte Alben, mehrere Nutzer und "Erinnerungen" an frühere Jahre.

Es ist auch das mit Abstand aktivste Projekt in dieser Liste: rund 116.000 Sterne auf GitHub und in den meisten Monaten des letzten Jahres über 200 Commits. Version 3.3.1 kam am 8. Oktober 2026.

Der Preis ist die Hardware. Die Immich-Doku verlangt mindestens 6 GB RAM und 2 CPU-Kerne und empfiehlt 8 GB und 4 Kerne. Mit 4 GB läuft es, wenn du das maschinelle Lernen abschaltest. Dann fallen allerdings die intelligente Suche und die Gesichter weg. Die Postgres-Datenbank sollte auf einer lokalen SSD liegen, nie auf einer Netzwerkfreigabe.

Was du zum Thema Backup wissen musst: Die Datenbank von Immich enthält nur Metadaten und Nutzerinformationen. Die eigentlichen Fotos liegen im Upload-Ordner, und beides muss ins Backup.

Immich passt zu dir, wenn du Google Fotos kündigen und deine Gewohnheiten behalten willst. Du betreibst es auf deinem eigenen Server mit Docker Compose (die Doku liefert eine fertige Datei) oder bei einem Managed-Hoster wie blitz.cloud, wo sich Immich mit einem Klick installieren lässt.

PhotoPrism

PhotoPrism kommt aus der anderen Richtung. Es ist stark darin, einen großen Ordner mit Fotos zu indexieren, die du schon hast, sie zu verschlagworten und durchsuchbar zu machen, mit Gesichtern, Orten und einer interaktiven Weltkarte.

Es kommt mit weniger Hardware aus als Immich: Die Doku nennt mindestens 2 Kerne und 3 GB RAM, dazu 4 GB Swap. Auf Systemen mit 1 GB Arbeitsspeicher oder weniger ist die Gesichtserkennung abgeschaltet.

Eine native Handy-App gibt es nicht. Du kannst die Web-App als Progressive Web App aufs Handy legen oder Fotos per WebDAV mit einer Sync-App hochladen.

PhotoPrism hat außerdem bezahlte Editionen. Die kostenlose Community Edition hat weniger Kontorollen (Super Admin, Admin und Guest). Essentials und Plus bringen weitere Rollen, Plus zusätzlich eine Oberfläche zur Nutzerverwaltung. Single Sign-on über OpenID Connect steht nur bei den bezahlten Editionen. Für eine Familie, die sich eine Bibliothek teilt, spielt das selten eine Rolle. Wenn du mehrere getrennte Nutzer planst, schau dir die Editionen genauer an.

PhotoPrism passt zu dir, wenn du ein großes Archiv hast und dir Stöbern und Suchen wichtiger sind als das Handy-Backup.

Ente

Ente ist ein Fotodienst mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, und der komplette Code samt Server ist Open Source. Laut Ente ist der selbst gehostete Server "the same code we use on production", also derselbe Code wie im eigenen Betrieb.

Das macht Ente besonders: Die offiziellen Ente-Photos-Apps für Android und iOS sichern im Hintergrund, und du kannst sie auf deinen eigenen Server zeigen lassen. Gesichter werden auf dem Gerät erkannt und gruppiert. Nur so funktioniert das mit verschlüsselten Fotos, die der Server nicht lesen kann.

Fürs Self-Hosting gibt es ein Quickstart-Skript, das ein Docker-Compose-Setup anlegt. Als Minimum nennt Ente 1 GB RAM und 1 CPU-Kern. Den Objektspeicher für die Fotos startet Docker als einen der Dienste mit.

Ente passt zu dir, wenn du Verschlüsselung auch gegenüber dem Server-Admin willst, oder wenn dir Entes gehosteter Dienst gefällt und du die Option haben willst, ihn selbst zu betreiben.

LibrePhotos

LibrePhotos ist ein kleineres Projekt unter MIT-Lizenz, dessen Funktionsliste nah an Immich liegt: Gesichtserkennung mit Gruppierung (einmal eine Person benennen, den Rest schlägt die App vor), Objekterkennung, semantische Suche, mehrere Nutzer, geteilte Alben und eine Karte. Im Repo ist eine Offline-first-App für Android und iOS aufgeführt, gebaut mit Expo.

Empfohlen wird ein einzelner Docker-Container, der API und Web-App zusammen ausliefert. Mit rund 8.100 Sternen ist die Community deutlich kleiner als bei Immich. Rechne also mit weniger Anleitungen und langsameren Antworten.

LibrePhotos passt zu dir, wenn du ein MIT-lizenziertes Projekt bevorzugst oder eine kleinere Alternative ausprobieren willst.

Lychee

Lychee ist ein Werkzeug zum Verwalten und Veröffentlichen von Fotos. Du lädst Bilder vom Rechner, von einem Server, über eine URL oder aus Dropbox hoch, sortierst sie in Alben, schützt Alben mit Passwort oder machst sie mit einem Klick öffentlich.

Von einer Handy-Backup-App oder Gesichtserkennung ist bei Lychee keine Rede. Das ist in Ordnung, denn Lychee löst ein anderes Problem: Fotos anderen Leuten in einer aufgeräumten Webgalerie zu zeigen. Zum Einrichten gibt es eine docker-compose-Datei, und mit der bezahlten Supporter Edition finanzierst du das Projekt.

Lychee passt zu Fotografen und Familien, die Alben veröffentlichen wollen, neben einem separaten Backup-Tool.

PiGallery2

PiGallery2 ist eine "directory-first photo gallery website", gebaut für sparsame Server, vor allem den Raspberry Pi. Es arbeitet nur lesend: "Your photo folder is never modified." Du zeigst auf einen Ordner und bekommst eine schnelle Webgalerie darüber. Empfohlen ist der Betrieb mit Docker.

PiGallery2 passt zu dir, wenn deine Fotos auf einem NAS oder Pi liegen und du sie im Browser ansehen willst, ohne dass eine App die Dateien anfasst.

Zwei weitere, die du kennen solltest

Wenn du schon Nextcloud betreibst, bringt die App Memories eine Foto-Zeitleiste über die Dateien, die du dort synchronisierst, mit Gesichtern über die Erkennungs-Apps von Nextcloud. Photoview ist eine weitere Galerie, die vorhandene Ordner indexiert.

So betreibst du sie

Alle diese Apps sind selbst gehostet, es gibt also die üblichen drei Wege:

  1. Dein eigener Server mit Docker. Ein Server zu Hause ist der natürliche Ort für eine Fotosammlung, weil Speicherplatz dort günstig ist. Immich und PhotoPrism veröffentlichen offizielle Docker-Compose-Dateien.
  2. Ein gemieteter Server. Funktioniert gut, aber Speicher für viele Jahre Fotos summiert sich. Schau dir die Speicherpreise an, bevor du 500 GB Videos umziehst.
  3. Ein Managed-Hoster. Immich gibt es auf blitz.cloud, wo es sich mit einem Klick installieren lässt, mit HTTPS und Hosting in der EU. Es gibt einen kostenlosen Plan ohne Kreditkarte, in dem Apps nach 30 Minuten ohne Besucher schlafen gehen.

Egal welchen Weg du nimmst: Halte ein Backup außerhalb der App vor. Wie du das planst, steht in unserem Guide Self-Hosting für Einsteiger.

FAQ

Was ist die beste selbst gehostete Alternative zu Google Fotos?

Für die meisten Immich, weil es offizielle Handy-Apps mit Hintergrund-Backup, Gesichtserkennung und Teilen hat und am aktivsten entwickelt wird. PhotoPrism ist eine starke Alternative, wenn du vor allem ein bestehendes Archiv ordnen willst.

Kann ich meine Google-Fotos-Mediathek importieren?

Ja, über Google Takeout. Das exportiert deine Fotos, die Metadaten landen in separaten JSON-Dateien. Für Immich empfiehlt die Doku ein Community-Tool namens immich-go, um ein Takeout-Archiv zu importieren. Probier es erst mit einem kleinen Teil deiner Sammlung.

Was läuft auf einem Raspberry Pi?

PiGallery2 ist genau dafür gebaut. Immich braucht für flüssigen Betrieb mindestens 6 GB RAM. Es passt also nur auf die größeren Pi-Modelle, auf kleineren nur ohne die Funktionen mit maschinellem Lernen.

Gibt es eine Option mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Ente. Die Apps verschlüsseln Fotos schon auf deinem Gerät vor dem Hochladen, und den Server kannst du selbst hosten.

Ersetzen diese Apps ein Backup?

Nein. Dort liegen deine Fotos, und genau das musst du sichern. Halte mindestens eine weitere Kopie woanders vor.